1–2 Minuten

„Männerschnupfen“ ist ein inzwischen weit verbreiteter Begriff. Sei er nun liebevoll oder verhöhnend gemeint, spielt er in doch jedem Falle darauf an, Männer in Deutschland seien wehleidig im Umgang mit ihren eigenen Erkrankungen und emotionalen Krisen. Leider sagen die Zahlen medizinischer und therapeutischer Einrichtungen etwas anderes: Männer in Deutschland befinden sich kulturell bedingt in der Regel in verleugnender Position, wenn es um Krankheiten, Emotionen oder sonstige Befindlichkeiten geht. Nach außen möchten sie erscheinen, als sei „alles in Ordnung“, und nach innen sind sie dementsprechend hart zu sich selbst. Nur unter erheblichem Aufwand sind sie dazu zu bewegen, einen Arzt aufzusuchen, und nicht selten glauben sie, „stärker“ zu sein als ihre Erkrankung, ihre Trauer, ihr Verlust etc. Dieses Verhalten zahlt sich auf lange Sicht gesundheitlich natürlich nicht aus, im Gegenteil: Die typischen Langzeitfolgen sind zumeist Magengeschwüre, Herzinfarkt, Schlaganfall und Depressionen.

Ursachen sind in den meisten Fällen Leistungsdruck auf der Arbeit ebenso wie Leistungsdruck im eigenen Heim sowie Versagensängste und Blockaden. Aber jetzt einmal ganz ehrlich – welcher Mann geht freiwillig zum Arzt und bekennt sich zu seiner Erkrankung, seiner Verwundbarkeit, wenn er zu Hause zu hören bekommt: Hast du wieder Männerschnupfen? Soll ich deine Mama anrufen?

In meinem Coaching möchte ich besonders Männern einen safe space bieten, in dem sie sich über das äußern können, was sie bewegt, auf Augenhöhe und ohne Gesichtsverlust. Gemeinsam können wir bestenfalls Wege und Methoden entwickeln, wie Sie mit Ihrer individuellen Situation besser zurechtkommen und gleichzeitig Ihre Gesundheit erhalten können.

Lesetipp:
Externer Artikel zum Thema „Welche Hilfe brauchen Männer?“,
Psychologie Heute, Jan. 2018 (*pdf):

Weitere Blogartikel